Der Imperialismus heute

Young Struggle

Was sieht er aus? 

Das Stadium der imperialistischen Globalisierung ist als eine neue Qualität des Imperialismus zu begreifen. Nun hat neben dem Waren-und Kapitalexport auch die Produktion internationalen Charakter angenommen. Die Herrschaft liegt in den Händen von einigen wenigen Weltmonopolen (Barclays, Bayer, Nestle), sie kontrollieren die Produktion, den Handel sowie den Geldfluss. Mit der Entwicklung dieser Megakonzerne hat sich auch die Macht der Börse, der Spekulation erweitert, das spekulative Kapital ist zu einer der grundlegenden Quellen für den Kapitalgewinn geworden, da die Profitrate der industriellen Produktion tendenziell fällt und die Kapitalisten sich gegenseitig den schon realisierten Mehrwert rauben. Gleichzeitig führt die spekulative Kapitalbewegung zu einem chronischen Überkapital.

Die Internationalisierung der Produktion, des Waren- und Kapitalexports führt zu entscheidenden Veränderung auf dem Weltmarkt. Die nationalen Ökonomien haben ihren Platz dem vereinigen Weltmarkt überlassen. Der bürgerliche Nationalstaat wird nach den Interessen der Weltmonopole entsprechend neu strukturiert. Dazu gehört die enorme Ausweitung der Privatisierung, gesellschaftliche Nutzbetriebe von Bildung bis Gesundheit werden zu Kapitalinvestitionsbereichen, die Auflösung staatlicher Kontrolle über Waren und Kapitalbewegung oder -verringerung (TTIP-Schiedsgerichte), die Autonomisierung der Zentralbank und der entscheidenden ökonomisch-finanziellen Institutionen, sowie ihrer Öffnung für die direkte Kontrolle durch Weltmonopole. Regionale Bündnisse/Integrationen (Europäische Union, Verband Südostasiatischer Nationen, Afrikanische Union) entstehen, da sich die Konkurrenz zwischen den imperialistischen Blöcken verschärft und die imperialistischen Staaten ein Netz von finanz-ökonomisch abhängigen Staaten um sich schaffen wollen.

Wie kam es dazu? 

In 1950-70er Jahren entstand für den Kapitalismus, durch den Wiederaufbau, eine Zeit des raschen Wachstums. Der kapitalistische Boom hörte aber auf, als der Wiederaufbau beendet. Es wurden neue Entwicklungswege gesucht, jedoch war eine neue Krise unausweichlich. Das Geld musste fließen, und Profit bringen, damit sich die jeweiligen Konkurrenten auf dem Markt durchsetzen konnten. Die Bedingungen für die Erhöhung des absoluten Mehrwerts hatte sich nämlich verringert. Ein Faktor war die starke ArbeiterInnenbewegung und die Errungenschaften, die den Profit der Kapitalisten drückte. Die Herrschenden entwickelten so neue Methoden, um den Profit zu garantieren und setzten zum Beispiel auf technische Errungenschaften, mit denen versucht wurde, die Arbeitsproduktivität zu steigern. Das änderte aber nichts an der Tendenz der fallenden Profitrate. Der Markt musste Wachsen und sich vergrößern. Die Kapitalakkumulation unter den Monopolen erreichte ein solches Niveau, dass der Kapitalismus alle Grenzen des nationalen Marktes zerschlagen und in alle Ecken der Erde fließen konnte. Innerhalb dieser Entwicklungen kam es zu der zu erwartenden Überproduktionskrise zwischen 1973-74. Nun musste die kapitalistische Weltwirtschaft neustrukturiert werden. Die Neoliberalisierung wurde vorangetrieben. Durch die Privatisierung wurde das verbleibende Staatseigentum zugänglich für den monopolistischen Markt. Man attackierte die politischen wie sozialen Gewinne der Arbeiterklasse, um diese auszuplündern, Löhne zu senken, Arbeitszeiten zu verlängern, in Billiglohnländern zu produzieren, also alles, um den absoluten Mehrwert zu erhöhen.

Was sind die Folgen?

Die Imperialistische Globalisierung führt zu einer vertieften Konkurrenz unter den Staaten, denn die Monopole entscheiden sich für die Standorte an denen am billigsten produziert wird, das fördert einen verschärften Klassenkampf gegen die Lohnabhängigen der Welt. Die Herrschaft einiger weniger Monopole weitet sich immer mehr aus und immer mehr Zulieferfirmen werden von diesen abhängig und somit auch größere Teile der ArbeiterInnenklasse. Monopole, deren wirtschaftliche Einflüsse die Macht von einigen Staaten übertreffen, üben eine große ökonomische Kontrolle über Nationalstaaten aus und sorgen für eine Neustrukturierung dieser nach den Interessen der Monopole. Die Weltmonopole können lokalen Blockaden, Krisen, Aufständen, also alles was dem Profit schadet, durch ihre internationale Stellung ausweichen und den Schaden am Profit auf ein Minimum senken. Die Spekulation nimmt zu, da 90% des erwirtschafteten Profits aus Spekulationen wieder in Spekulation fließt. Das führt dazu, dass die Kapitalbeträge die nicht in die Produktion kehren, sich in den Händen einiger weniger sammeln. Dieser verschärfte Klassenkampf führt zu einer größeren Polarisierung zwischen Arm und Reich, Unterdrücktem und Unterdrücker, Ausgebeuteten und Ausbeutern auf internationaler Ebene. Die Klasse der Unterdrückten wächst durch die Akkumulation des Kapitals in den Händen immer und immer weniger Kapitalisten. (2010: 388 Personen besitzen soviel wie 3,5 Milliarden Menschen; 2016: 85 soviel wie 3,5 Milliarden). Durch die Internationalisierung der Produktion treten die kapitalistischen Widersprüche auch international in Erscheinung. Diese immer deutlicher werdenden kapitalistischen Widersprüche schaffen aber auch großes Potential für einen Klassenkampf von Unten!

G20 – Die Großen 20 Zerstörer der Welt

Ein Begriff begleitet die Proteste und Kämpfe gegen die großen Gipfeltreffen der Herrschenden weltweit: Imperialismus. Beim G20 Gipfel in Hamburg werden die Staats- und Regierungschefs der 19 wichtigsten kapitalistischen Nationen und die EU, die wichtigsten imperialistischen Staatsvertreter und Vertreter internationaler Wirtschaftsinstitutionen zusammen kommen, um ihre Interessen zu diskutieren. Heute steht der G20 Gipfel im Kontext der Veränderungen des imperialistischen Weltsystems. Heute spiegelt sich das Stadium das imperialistischen Globalisierung als eine neue Qualität des Imperialismus wieder. Nun hat neben dem Waren-und Kapitalexport auch die Produktion internationalen Charakter angenommen. Die Herrschaft liegt in den Händen von einigen wenigen Weltmonopolen (Barclays, Bayer, Nestle, etc), sie kontrollieren die Produktion, den Handel sowie den Geldfluss weltweit.

In der Entwicklung des Imperialismus mit der zunehmenden Internationalisierung der Produktion und neuen, weniger offenen Formen der Kolonialisierung zeigt sich auch die Funktion der G20 zur Sicherung der Herrschaft des imperialistischen Weltsystems.

Trotz aggressiver Konkurrenz und der Vernichtungspolitik der imperialistischen Mächte untereinander, manifestieren die Gipfel Treffen das gemeinsame Interesse der Herrschenden, die imperialistischen Herrschaftsverhältnisse aufrechtzuerhalten und ihre Interessen über allem stehen zu lassen. Darum symbolisieren die Gipfeltreffen, egal in welcher Form, in welchem Zusammenschluss, von NATO Gipfeln bis hin zu WTO und G20 Gipfel die Unterdrückung und absolute Ausbeutung der Menschheit und die Zerstörung der Natur.

Die Gipfeltreffen vertreten die Interessen der Herrschenden, die für Krieg, Verarmung, Ausbeutung, Entmenschlichung und Zerstörung stehen. Um es kurz zu fassen: Sie stehen für den Imperialismus, weswegen wir für uns dagegen erheben. Für uns selbst, aber auch für all jene, deren Stimme und Lebensrecht geraubt und gestohlen wurde. Die Gipfeltreffen spielen im Chaos der Konkurrenz und den gezwungenen ökonomischen Zusammenschlüssen imperialistischer und kapitalistischer eine wichtige Rolle. Neben der Existenzsicherung des Imperialismus an sich, also auch der Sicherung ihrer ökonomischen Basis sind sie ein Ausdruck nach außen, eine Machtdemonstration. In den Gipfeltreffen versuchen einzelne imperialistische Monopole über ihren zugehörigen Staat Einfluss auf die internationalen Institutionen auszuüben, die als regulative Kräfte den Imperialismus aufrecht erhalten. Im konkreten werden geostrategische Einflussgebiete gesichert, Märkte und Ressourcen erschlossen und der internationale Geld- und Kapitalfluss bestimmt. Die Gipfeltreffen haben dabei keine demokratische Legitimität, die dort vertretenen Staaten und Institutionen schaffen sich ihr eigenes Recht zu ihren internationalen Zwecken und beuten mit ihren selbstbestimmten Rechtsgrundlage die Welt aus. Von hier aus zieht sich Ausbeutung und Unterdrückung über den ganzen Erdball.

Zusammenfassend vertreten die Gipfeltreffen die kollektiven Interessen der Imperialisten und dienen der Aufteilung ihrer einzelnen Einflussgebiete. Dagegen steht unser kollektiver Wille und unsere Leidenschaft für Freiheit und gegen Ausbeutung und Unterdrückung einzustehen.

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