Die G20 im historischen Kontext

G20 entern!

In den 1970er Jahren geriet der bisherige Nachkriegsaufschwung ins Stocken und 1973 kündigte die USA auch noch das Abkommen von Bretton Woods, welches die feste Bindung der Wechselkurse an den Dollar vereinbarte. Mit der Aufkündigung der festen Wechselkurse viel der Dollar dramatisch und verstärkten die Abwärtsspirale, dies machte eine wirtschaftliche Koordination der imperialistischen Staaten notwendig und ging in erster Linie vom deutschen Kanzler Helmut Schmidt und dem französischen Präsidenten Valery Giscard d´Estaing aus. In Frankreich fand auch der erste G6-Gipfel mit den weiteren Ländern Japan, Großbritannien, Italien und den USA im November 1975 statt. Im Jahr darauf nahm auch der Ministerpräsident Kanadas an dem „Weltwirtschaftsgipfel“ teil, dies war somit die Geburtsstunde der bis heute bestehenden G7. Im Jahr 1998 kam noch Russland dazu und verließ diese im Jahr 2014 auf Drängen der USA wieder.

Ende der 1990er geriet mit der Asienkrise die Weltwirtschaft ins schwanken. Investoren hatten massig Kapital in die Länder investiert und damit eine Spekulationsblase geschaffen, welche im Sommer 1997 platzte, daraufhin kam es zu den ersten Vorläufern der G20, um in den Krisenwehen der kapitalistischen Weltwirtschaft sich abzusprechen und vor allem Währungsfragen zu klären. Seit dieser Zeit gab es nur G20-Teffen der Finanzminister, dies änderte sich mit der Weltfinanzkrise Ende 2007, weil die Schwellenländer allen voran China an Bedeutung gewannen und die Weltwirtschaft nun auch auf chinesische Konjunkturpakete angewiesen war. Die G20 wurden u.a. auf Druck Chinas nun auf Chefebene gehoben und seit dem Treffen sich jährlich die 19 Staats- und Regierungschefs der stärksten „Industrie- und Schwellenländern“ und die EU.
Auch wenn die G20 einen etwas anderen Umfang hat als die G7, nehmen dort immer noch die wirtschaftlich 19 stärksten Länder teil und verhandeln Fragen der gesamten Weltwirtschaft, welches weder „demokratisch“ legitimiert ist  noch handeln sie dort im Interesse der gesamten Menschheit. Viel mehr geht es im Konkurrenzkampf der Nationen darum seine Position auf dem Weltmarkt zu behaupten oder sogar sich gegenseitig auszubooten, diesem Credo folgen nicht nur die imperialistischen Mächte, sondern auch die „Schwellenländer“. Die Erweiterung der G7 auf die Entwicklungsländer ist außerdem der Versuch, diese in die neoliberal ausgerichtete Regulierung der Weltwirtschaft mit einzubeziehen. Diese elitären Clubs werden von ihren größten Mitgliedern dominiert und die schwächeren Staaten erhoffen sich Vorteile durch ihre Zusammenarbeit gegenüber den noch schwächeren Staaten.

 

Wir lehnen diese „Weltwirtschaftsgipfel“ ab, denn für uns sind es nur Klassentreffen der wirtschaftlich stärksten Nationen. Sie treffen sich, um ihre Raubzüge besser zu koordinieren und den Kapitalismus am laufen zu erhalten. Wir aber haben kein Interesse daran, dass es so weiter geht wie bisher. Der Kapitalismus ist eine Fessel für die Menschheit geworden, es funktioniert indem es unsere Ressourcen verschleudert, große Teile der Welt versklavt und alles der Profitschöpfung unterordnet. Wenn sich also die Herrschenden zu ihrem Klassentreffen zusammenfinden, dann sind es für uns Symbole von Unterdrückung und daher nutzen wir die Gelegenheit und schaffen daraus Symbole des Widerstandes. Nutzen wir den G20 Gipfel um zusammen zu kommen, uns auszutauschen, besser zu vernetzen und gemeinsame Kämpfe zu entwickeln!

 

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