Klimawandel und Naturzerstörung

Antikapitalistische Aktion Bonn

Über Antikapitalismus und unsere Erde
Natur und Umwelt sind die Grundlage allen menschlichen Lebens – die zunehmende Schädigung der Umwelt durch das Handeln riesiger Konzerne und einer Wirtschaft im Sinne der rücksichtslosen Profitmaximierung gefährden unser gesamtes Ökosystem – und damit die Existenz der Menschheit überhaupt. Die Welt steht am Scheideweg.

So wie es ist… 

Nur 150 Jahre kapitalistische Industrieproduktion haben durch den massiven CO2 Ausstoß einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von knapp 1°C bewirkt. Mit fatalen Folgen: Durch die Temperaturerhöhung schmelzen Gletscher weltweit, insbesondere die Polkappen, zusätzlich dehnt sich das erwärmte Meereswasser aus – der Meeresspiegel steigt. Bei einem prognostizierten Anstieg von einem halben Meter bis zum Jahre 2100, werden ganze Staaten in Folge der ungebremsten globalen Erwärmung untergehen.

Der Klimawandel wird in den nächsten Jahren immer mehr zu Dürren und Überschwemmungen führen, sodass Weizen, Mais und Hirse im südlichen Afrika nicht mehr wachsen, und Hungerkatastrophen zunehmen werden. Gefahren durch Krankheiten und Seuchen werden durch den Klimawandel verschärft: Bei einer weiteren Erwärmung von nur einem Grad werden die Todesfälle durch Malaria und Durchfallerkrankungen um 300.000 im Jahr zunehmen. Auch hier werden wieder vor allem die ärmsten Regionen der Erde betroffen sein.

Die dramatischen Folgen des Klimawandels treiben weltweit Menschen in die Flucht. Durch die Zunahme von Wetterextremen wird die Lebensgrundlage der Menschen, die im „globalen Süden“ von Landwirtschaft leben, zerstört. Schon 2050 rechnet der Weltklimarat mit 250 Millionen zusätzlichen Menschen, die vor Hunger, Wasserknappheit, Dürre, Stürmen und Überflutungen fliehen. Für die Schmutzwirtschaft des Kapitalismus werden die Ärmsten der Armen bezahlen; und das oft mit ihrem Leben. Mehr als je zuvor können wir heute sehen: Radikale Veränderungen sind nötig, wenn sicheres Leben auf der Erde weiterhin möglich sein soll.

…darf es nicht bleiben.

Schuld am Klimawandel ist nicht das Konsumverhalten Einzelner, Schuld sind Großkonzerne: Allein 90 dieser sind verantwortlich für zwei Drittel des gesamten CO2 Ausstoßes seit 1850. Diese Konzerne dürfen weiterhin ungestraft Wasser, Land und Luft verpesten und ihre Profite einstreichen. Häufig passiert es sogar, dass Unternehmen und Politiker das wachsende Umweltbewusstsein vieler Menschen für ihre Zwecke ausnutzen, um sich einen „grünen Anstrich“ zu verpassen. Der Schmutzriese VW bewirbt seine Elektroautos und fälscht gleichzeitig die Emissionswerte der Dieselfahrzeuge. Der „Umweltstandard Deutschlands“ wird hochgehalten, gleichzeitig werden abgewrackte Autos aus Deutschland nicht recycelt, sondern in Entwicklungsländer verkauft. Dagegen werden auch keine „Klimagipfel“ helfen: Diese haben in den letzten Jahre vor allem damit geglänzt, dass die kapitalistischen Staaten unverbindliche Maßnahmen beschlossen haben, die nur sie selbst kontrollieren. Die deutsche Regierung hat jahrelang den Ausbau der Atomkraft gefördert, die Grünen haben die Laufzeiten verlängert, die CDU erst nach Fukushima unter dem Druck einer Massenbewegung nachgegeben. Noch heute wird die Stilllegung der AKW‘s und die „Endlagerung“ des Atommülls von den deutschen Steuerzahlern bezahlt. Die Folgen dieser Politik werden wir in den nächsten Jahren am eigenen Leib erfahren.

Den Teufelskreis durchbrechen!

Der Klimawandel steht nicht alleine, sondern bildet zusammen mit der wachsenden Vernichtung der tropischen Regenwälder, dem Ozonloch, dem massenhaften Artensterben, der drohenden Gefahr umkippender Weltmeere und auch der Zunahme regionaler Umweltkatastrophen (Überschwemmungen, Dürren…) nur eine von vielen Faktoren der globalen Umweltzerstörung. Diese bedingen und beschleunigen sich gegenseitig und entfalten so eine gefährliche Eigendynamik – schon heute sind viele Schäden an der Natur unumkehrbar. Jährlich sterben mehr als 27.000 (!) Arten aus, in den letzten 40 Jahren sind mehr als ein Drittel der erfassten Wirbeltierarten verschwunden. Knapp die Hälfte des Meeresplanktons ist in den letzten Jahrzehnten vernichtet worden, mit katastrophalen Folgen für die Nahrungskette der Ozeane und die Sauerstoffproduktion: Plankton macht mehr als 50% der gesamten Biomasse aus und ist für über 50% der weltweiten Photosynthese verantwortlich. Pro Minute werden mehr als 35 Fußballfelder tropischen Regenwaldes abgeholzt, pro Jahr ist das mehr als die Fläche von Griechenland. Mehr als ein Viertel aller Wälder weltweit sind bereits vernichtet, und die Fähigkeit der Selbstregulierung der Biosphäre droht immer mehr zusammenzubrechen. Bereits jetzt erleben wir die Vorboten einer globalen Umweltkatastrophe wie z.B. die Jahrhundertflut 2013, die ganz Mitteleuropa und auch große Teile Deutschlands betraf. Um die Welt noch zu retten, müssen die von der Umweltkatastrophe betroffenen Menschen das Ruder selbst übernehmen! Die Großunternehmer, die mit der systematischen Zerstörung der Umwelt Milliarden verdienen, werden den notwendigen radikalen Politikwechsel nicht in die Hand nehmen.

System Change, not Climate Change! 

Um dauerhaft im Einklang mit der Natur leben zu können, müssen wir nicht zu einer mittelalterlichen Lebensweise ohne jeglichen Wohlstand und Komfort zurückkehren, wie es uns manche selbst ernannten Ökospezialisten weismachen wollen. Die Bedingungen für die Vereinbarung von moderner Produktion, von Wohlstand und Umweltschutz hat der Kapitalismus selbst geschaffen: Es gibt Technologien, mit denen Energien umweltschonend gewonnen werden können. Eine Produktion ohne Zerstörung der Umwelt ist längst möglich, nur lohnt es sich nicht, diese Technologien im kapitalistischen System auch zu nutzen. Was wir dafür brauchen, ist ein Wirtschaftssystem in dem nicht in chaotischer, unkontrollierter Weise spekuliert und produziert wird, und in dem nicht der Profit der Großunternehmer die wichtigste Planziffer ist. Das ist nur möglich, wenn die gesamte Wirtschaft planmäßig an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen und der Vereinbarkeit mit dem Leben zukünftiger Generationen auf der Erde ausgerichtet ist. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass wir in Zukunft in einer Welt leben, in der es Einzelnen nicht mehr möglich ist, auf Kosten der Allgemeinheit ein Leben im Überfluss zu führen, und dabei die Umwelt zugrunde zu richten. Es ist an der Zeit, dass wir, diejenigen, die den gesellschaftlichen Reichtum und Profit erst möglich machen, auch entscheiden, was damit passiert und alle Bereiche der Gesellschaft gestalten: Von der Ernährung der Menschheit, über die Versorgung von Alten und Kranken, bis hin zum Erhalt der Umwelt für zukünftige Generationen. Lasst uns ein System schaffen, in dem die Wirtschaft unter der Kontrolle der gesamten Menschheit, für die gesamte Menschheit produziert – im Einklang mit der Natur. Eine Welt in der Hand der Arbeiter, ohne Ausbeutung, Armut, Unterdrückung und Krieg ist möglich! Dieses System heißt Sozialismus!

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